EmK Geschichte

EmK Geschichte

EmK Geschichte 2021 - 2Liebe Leserinnen und Leser,

drei Ihnen bereits durch frühere Veröffentlichungen in EmK Geschichte.
Quellen – Studien – Mitteilungen
bekannte Autoren tragen mit ihren neuerlichen
Forschungsergebnissen zum Inhalt der vorliegenden Herbstausgabe bei.

Für den ersten Beitrag zeichnet der Herausgeber selbst verantwortlich. Seinem kürzlich veröffentlichten Sammelband „Historische Stätten des Methodismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ lässt er eine ergänzende Detailstudie folgen, die sich mit dem Wert der wenigen in Deutschland noch aktiven bzw. ehemaligen methodistischen Friedhöfe für die Erinnerungskultur der EmK auseinandersetzt. Dem bisher unbearbeiteten Thema geschuldet, erbringt der Artikel zunächst die Pionierarbeit einer historischen Bestandsaufnahme der bekannten methodistischen Friedhöfe und ergänzt diese um einige systematisierende Bemerkungen zu den Entstehungskontexten, den Gestaltungsprinzipien und der Bedeutung dieser Begräbnisstätten, die als Ausnahme-Erscheinung in Europa gelten müssen, gleichwohl aber beachtenswerte Aufschlüsse über die Amtshandlung der Bestattung im frühen Methodismus und die Ansätze zur Ausprägung einer methodistischen Grabkultur geben.

Thomas Kraft untersucht in seinem Beitrag den 2003 nach langjährigen Gesprächen und Annäherungsbemühungen in Großbritannien verabschiedeten Anglican-Methodist Covenant (AMC) – ein bemerkenswertes Dokument der innerprotestantischen Ökumene, das zahlreiche Übereinstimmungen zwischen der Methodist Church in Britain und der dortigen Anglican Church beschreibt, aber auch die nach wie vor bestehenden Unterschiede und offenen Fragen sichtbar macht. Er zeichnet dabei vor allem die Bemühungen der bischöflich verfassten Anglikanischen Kirche und der nicht-bischöflich geleiteten Britischen Methodistenkirche nach, ein Einvernehmen über das jeweilige Ämterverständnis herzustellen mit dem Ziel, sich gegenseitig als Teil der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche Christi anzuerkennen. Neben der Analyse der historischen Ausgangslage wird das Dokument selbst vorgestellt, seine Bedeutung für die praktische Zusammenarbeit ermittelt und der Vorbildcharakter des AMC für die Beziehungen anderer Kirchen zueinander erörtert. An der Schnittstelle von Kirchengeschichte und Ökumenik vermittelt der Verfasser in kompetenter Weise, wie weit die anglikanisch-methodistische Annäherung mittlerweile fortgeschritten ist, und welche Aufgaben für die Zukunft bleiben.

Mit einer herausragenden ökumenisch denkenden und ökumenisch handelnden Persönlichkeit des Methodismus in Europa und den USA beschäftigt sich Pastor i. R. Karl Heinz Voigt. Anlässlich des 75. Todestages von Bischof John L. Nuelsen (1867-1946), der insgesamt 28 Jahre lang (von 1912 bis 1940) als Bischof in Zürich die Entwicklung des Methodismus vor allem in Mittel- und Südeuropa nachhaltig prägte, betrachtet der Verfasser die Lebensleistung seines Protagonisten unter dem spezifischen Blickwinkel der ökumenischen Netzwerkbildung auf einem politisch zerrissenen und auch kirchlich sehr heterogenen Kontinent, der zudem noch zwei Weltkriege erleben musste. Der Autor stellt eine Fülle von Quellen vor, die die vielseitigen und hochkarätigen Kontakte Nuelsens zu den politisch und kirchlich führenden Männern seines Zeitalters belegen und zeigen, wie der charismatische Bischof diese Kommunikationskanäle geschickt nutzte, um die Ökumene als ein ureigenes Kennzeichen des Methodismus in Deutschland und darüber hinaus zu
befördern.


Wie bereits angekündigt, fand die üblicherweise im Frühjahr erscheinende Jahresbibliographie Methodistica hier nun – organisatorisch bedingt – im Herbstheft Aufnahme. Die Erstellung der Bibliographie hat in diesem Jahr dankenswerterweise Pastor i. R. Karl Heinz Voigt übernommen. Dem etwas umfangreicher als sonst gestalteten Rezensionsteil steht ein kompakter Mitteilungsteil gegenüber. Beide Teile seien ebenso wie die Einzelstudien und die breit gefächerten Literaturhinweise Ihrer Aufmerksamkeit anempfohlen.
Bitte bleiben Sie auch weiterhin der Arbeit der Studiengemeinschaft für die
Geschichte der EmK gewogen und werben Sie in Ihrem Umfeld aktiv für unser
Periodikum.

Michael Wetzel

 

Impressum

Herausgeber: Studiengemeinschaft für Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche in Verbindung mit dem Zentralarchiv der EmK in Reutlingen sowie der Theologischen Hochschule Reutlingen, staatlich anerkannte Fachhochschule der Evangelischmethodistischen Kirche

Redaktion: Dr. Michael Wetzel Dittersdorfer Str. 7, 08297 Zwönitz

Telefon: 037754-2767

Telefax: 037754-33088

Email: studiengemeinschaft@emk.de

Druck: Druckerei & Verlag Mike Rockstroh, Schneeberger Str. 91, 08280 Aue

Auslieferung: Blessings4you GmbH, Postfach 31 11 41, D-70471 Stuttgart

Email: info@blessings4you.de

Erscheinungsweise: halbjährlich im Abonnement Einzelpreis: € 9,50/ SFr 18,00

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